Pressetexte zum Vorfall vor der Kantine Konstanz
Sechs Fassungen derselben Geschichte, für verschiedene Redaktionen und Längen. Frei zu verwenden, gern mit Rückfrage.
Stand: 30. Oktober 2026 · Rückfragen: Till Jakob Schneider (Rajie), rajiehq@gmail.com · Schilderung und Gedicht
Konstanzer Musiker erstattet Anzeige nach Vorfall mit Türstehern vor der Kantine
Konstanz, 30. Oktober 2026. Der Konstanzer Fotograf, Filmemacher und Rapper Till Jakob Schneider (Künstlername Rajie) erstattet Strafanzeige wegen eines Vorfalls in der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober 2026, am Kantine Club im Neuwerk.
Nach seiner Schilderung wurde Schneider ohne Angabe von Gründen aus dem Club verwiesen. Seinen Rucksack habe man ihm zunächst nicht herausgegeben. Später habe ein Türsteher den Laptop aus dem Rucksack genommen und verlangt, dass Schneider ihn am Eingang entsperrt, um sein Eigentum nachzuweisen.
Als Schneider danach ausserhalb des Geländes auf öffentlicher Strasse zu seinem Fahrrad ging, hätten ihn zwei Türsteher angesprochen und seinen Ausweis verlangt. Nachdem er dies abgelehnt habe, sei er von beiden zu Boden gebracht worden. Dabei sei sein Kopfhörer auf dem Asphalt beschädigt worden.
„Ein Club darf mich hinauswerfen, das ist sein Hausrecht“, sagt Schneider. „Aber auf der Strasse endet es. Dort hat niemand das Recht, mich festzuhalten, nur weil ich meinen Ausweis nicht zeige.“
Eine Stellungnahme der Kantine Konstanz liegt nicht vor. Die Ermittlungen sind Sache von Polizei und Staatsanwaltschaft.
Streit mit Türstehern endet auf der Strasse
Konstanz. Ein Konstanzer Musiker hat nach eigenen Angaben in der Nacht auf Sonntag, 25. Oktober, vor dem Kantine Club im Neuwerk eine Auseinandersetzung mit zwei Türstehern erlebt. Er sei zuvor aus dem Club verwiesen worden und habe danach auf öffentlicher Strasse seinen Ausweis zeigen sollen. Als er ablehnte, hätten ihn die beiden zu Boden gebracht, sein Kopfhörer sei dabei beschädigt worden. Der Mann erstattet Anzeige. Die Kantine hat sich bislang nicht geäussert.
Wo das Hausrecht endet: Ein Rauswurf und was danach kam
Die Kantine im Neuwerk ist einer der bekanntesten Clubs in Konstanz. Für Till Jakob Schneider endete dort die Nacht auf den 25. Oktober auf dem Asphalt. Der Konstanzer, in der Stadt als Fotograf und Filmemacher bekannt und als Rapper unter dem Namen Rajie, stellt Strafanzeige.
Schneider erzählt die Nacht ruhig und der Reihe nach. Nach Mitternacht sei er hinausgebeten worden, einen Grund habe ihm niemand genannt. „Das ist ihr gutes Recht“, sagt er. Schwieriger wurde es mit seinem Rucksack, der noch drinnen stand. Er habe warten sollen, vielleicht eine Stunde. Als der Rucksack schliesslich kam, habe zuerst ein Türsteher den Laptop herausgenommen und verlangt, dass er ihn entsperrt.
Der eigentliche Vorfall geschah nach seiner Darstellung danach, um die Ecke, beim Fahrrad. Zwei Türsteher seien ihm gefolgt und hätten seinen Ausweis verlangt. Er habe abgelehnt, weil er das Gelände bereits verlassen hatte. Dann hätten sie ihn zu Boden gebracht. Den Kopfhörer, den er dabei trug, zeigt er vor: Er ist an beiden Seiten tief zerkratzt.
Rechtlich ist die Grenze klar gezogen. Das Hausrecht gilt auf dem eigenen Grundstück. Auf öffentlicher Strasse haben Sicherheitsleute keine weitergehenden Befugnisse als jeder andere Bürger. Ob in dieser Nacht eine Ausnahme vorlag, müssen nun die Ermittlungen zeigen.
Als Schneider ein paar Tage später in den Club ging, um die Sache anzusprechen, bekam er nach eigener Aussage Hausverbot. Eine Stellungnahme der Kantine liegt bislang nicht vor.
Mein Rucksack, mein Laptop, mein Ausweis
Ich gehe gern aus in Konstanz. Ich fotografiere diese Stadt, ich filme sie, ich rappe über sie. Deshalb schreibe ich über eine Nacht, die anders zu Ende ging als geplant.
Ich wurde aus der Kantine geworfen, ohne Grund. Das kann passieren. Was mich bis heute beschäftigt, ist das, was danach kam. Erst wartete ich auf meinen Rucksack. Dann sollte ich meinen Laptop vor fremden Leuten entsperren. Und als ich schon auf dem Weg nach Hause war, auf der Strasse, mit Musik im Ohr, wurde ich von hinten angetippt und nach meinem Ausweis gefragt. Ich habe Nein gesagt. Das war mein Recht. Danach lag ich am Boden.
Ich schreibe das nicht aus Wut. Ich schreibe es, weil ich glaube, dass viele so etwas erleben und es dann einfach hinnehmen. Ich stelle Anzeige. Ich möchte, dass jemand prüft, ob das in Ordnung war. Und ich möchte, dass Clubs in dieser Stadt wissen: Ihr Hausrecht endet an der Grundstücksgrenze.
Die Tür hat ein Recht, die Strasse nicht
Türsteher haben einen schwierigen Beruf. Sie entscheiden in Sekunden, wer reinkommt und wer gehen muss, und sie müssen das oft gegen Widerstand durchsetzen. Dafür gibt es das Hausrecht, und es ist richtig, dass es das gibt.
Aber das Hausrecht hat eine Grenze, und sie verläuft dort, wo das Grundstück endet. Wer einen Gast hinausgeworfen hat, hat sein Ziel erreicht. Ihm danach auf die Strasse zu folgen und einen Ausweis zu verlangen, ist keine Hausordnung mehr. Ein Festhalterecht für jedermann gibt es nur, wenn jemand auf frischer Tat bei einer Straftat ertappt wird. Ein abgelehnter Ausweis ist keine Straftat.
Der Fall, den ein Konstanzer Musiker aus der Nacht auf den 25. Oktober schildert, wird nun ermittelt. Wie er ausgeht, ist offen. Die Frage dahinter aber gehört in die Öffentlichkeit: Wer kontrolliert eigentlich die, die an der Tür kontrollieren?
Rajie macht aus einer schlechten Nacht ein Gedicht
Der Konstanzer Rapper Rajie hat gerade sein Tape „Dächer der Stadt“ veröffentlicht, 33 Titel, ab 18. November auf allen Plattformen. Ein paar Tage zuvor, in der Nacht auf den 25. Oktober, endete sein Abend in der Kantine im Neuwerk nach eigener Schilderung auf dem Asphalt: Rauswurf, Ausweisforderung auf der Strasse, zwei Türsteher, ein zerkratzter Kopfhörer.
Statt eines Diss-Tracks hat Rajie ein Gedicht geschrieben, „Asphalt um drei“. Es endet mit der Zeile: „Eine Tür hat ein Recht. Doch die Strasse hat Gast.“ Dazu empfiehlt er einen eigenen Freestyle vom Tape, „Steh mit beiden“.
Juristisch geht er den nüchternen Weg und stellt Strafanzeige. Gedicht, Schilderung und Song stehen auf rajie.de/kantine und auf tilljakob.com.
Steh mit beiden
Freestyle, aufgenommen am 17.04.2026, vom Tape „Dächer der Stadt“